Münzstätten
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- Name: Aigospotamoi
- Moderner Name: -
- Nomisma-ID: aegospotami
- Nomisma-Region: thracian_chersonesus
Inhalt
Verknüpfte Datensätze
Prägesystem und Typologie
Der Ort im Osten der thrakischen Chersonesos, wohl etwas im Inland am gleichnamigen Fluss gelegen, ist vor allem durch die Schlacht bei Aigospotamoi am Ende des Peloponnesischen Krieges bekannt.1 Im September des Jahres 405 v. Chr. errang Sparta hier unter dem Befehl des Lysandros den entscheidenden Sieg gegen Athen.2
Im 4. Jahrhundert v. Chr. prägte Aigospotamoi Bronzemünzen,3 deren Vorderseiten durchgängig einen weiblichen Kopf nach links zeigen. Die Dargestellte ist meist mit Ohrring und Halskette geschmückt und trägt im hochgesteckten Haar eine breite Stefane, die mit einem Lorbeerkranz und darüber einem Palmettenband verziert ist. Die übliche Deutung des Kopfes als Demeter ist wegen der markanten Stephane, die eher von Hera,4 Artemis oder Aphrodite getragen wird, fraglich. Die Rückseiten weisen als redendes Wappen (der Stadtname bedeutet “Ziegenfluss) einen stehenden Ziegenbock meist nach links5 und die Abkürzung des Stadtnamens AIΓOΣΠO auf. Gelegentlich treten auf den Rückseiten im größten Nominal Beizeichen unter dem Bauch der Ziege auf; bekannt sind Stern und Traube.
Generell scheinen sich auf Grund von Durchmesser und Gewicht mindestens drei Nominalstufen unterscheiden zu lassen. Die größte mit einem Durchmesser von 19–22 mm und einem Gewicht zwischen 7 und 9 g,6 eine mittlere mit Durchmessern zwischen 12 und 16 mm und einem Gewicht um 4 g7 und die kleinste mit einem Durchmesser von 7 mm und einem Gewicht um 1 g.8
Fälschlich zugewiesene Stücke
RPC Suppl. 1 S1738A: Büste Nike nach r. / AI ΠΟ Palmzweig mit Tänie , in RPC Suppl. 2, 38, revidiert und mit Verweis auf M. Amandry, BSFN 57/1, 2002, 173–177, Artaxata in Armenien zugewiesen.
British Museum Collection Online: Ziegenprotome l. / Incusum, Silber, 0,8 g (Inv. HPB, p. 100.4.E)9
Unser Typenkatalog repräsentiert den Forschungsstand von August 2019 und berücksichtigt keine erst später bekannt gewordenen Münztypen. Weitere Hinweise, insbesondere zu neuen Typen, sind jederzeit willkommen.
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Körpe – Yavuz 2009. ↑
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Xen. Hell. 2, 1, 16–32; Plut. Alc. 36–37. Plut. Lys. 11–16. ↑
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Über die Fundorte der Münzen von Aigospotamoi ist wenig bekannt, eine kam bei den Ausgrabungen von Seuthopolis zu Tage, s. K. Dimitrov, Studies of the Numismatic Material Found at Seuthopolis, American Numismatic Society Museum Notes 32, 1987, 3 Nr. 6897. ↑
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So Hoover 2017, 33. ↑
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In der kleinsten Nominalstufe auch nach rechts. ↑
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CN_Type241, CN_Type1961 und CN_Type1962. ↑
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CN_Type266; CN_Type279. Vgl. Hoover 2017, 33–34, unterscheidet 3 Nominale: 17–21 mm, 6,51–8,7 g (Nominal B), 13–16 mm, 3,12–4,26 g (Nominal C), 10–11 mm, 1,1–1,4 g (Nominal D). ↑
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https://research.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=1293322&partId=1&searchText=Aegospotami&page=1. ↑
Bibliographie
- Hoover 2017 = O.D. Hoover, Handbook of Coins of Macedon and Its Neighbors. Part II: Thrace, Skythia, and Taurike, Sixth to First Centuries BC, The Handbook of Greek Coinage Series 3 (Lancaster/London 2017), S. 33f.
- Isaac 1986 = B. Isaac, The Greek Settlements in Thrace until the Macedonian Conquest (Leiden 1986), S. 196.
- Körpe – Yavuz 2009 = R. Körpe – M.F. Yavuz, The Location of Aigospotamoi, in: C.O. Aygun (Hg.), SOMA 2007. Proceedings of the XI Symposium on Mediterranean Archaeology, Istanbul Technical University, 24–29 April 2007 (Oxford 2009) 226–227.
- Schönert-Geiss 1999 = E. Schönert-Geiss, Bibliographie zur antiken Numismatik Thrakiens und Mösiens (Berlin 1999), S. 1395–1401.