Person
- Name: Rhaiskouporis II. ()
- Nomisma-ID: rhaescuporis_ii_sapaean_thrace
- Name: Rhoimetalkes I. (12 v. Chr. - 12 n. Chr.)
- Nomisma-ID: rhoemetalces_i_sapaean_thrace
- Name: Rhoimetalkes II. (19-36 n. Chr.)
- Nomisma-ID: rhoemetalces_ii_sapaean_thrace
- Name: Rhoimetalkes III. (37-45 n. Chr.)
- Nomisma-ID: rhoemetalces_iii_sapaean_thrace
Inhalt
- Topographie und Geschichte
- Forschungsstand
- Prägeablauf und Metrologie
- Bibliographie
- Auf der Karte anzeigen
Verknüpfte Datensätze
Topographie und Geschichte
Im Jahr 13 v. Chr. wurde Thrakien zu einem römischen Klientelstaat, der als formell unabhängiges Königreich von Rhoimetalkes I. regiert wurde.1 Die Loyalität gegenüber Rom findet auch in seiner Münzprägung Anklang, ließ Rhoimetalkes I. doch neben dem eigenen Konterfei das Porträt des Augustus sowie die Doppelporträts von Augustus und Livia auf seine Münzen prägen. Ebenso verfuhren auch Rhoimetalkes II. und Rhoimetalkes III., auf deren Münzen die Porträts des Tiberius respektive des Caligula zu erkennen sind. Die Münzprägung der thrakischen Dynasten endete im Jahr 45 n. Chr. mit der Einrichtung der römischen Provinz Thracia unter Claudius.
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Peykov 2011, 107. ↑
Forschungsstand
Prägeablauf und Metrologie
Die römischen Klientelkönige Rhoimetalkes I., Rhoimetalkes II. und Rhoimetalkes III. prägten fast ausschließlich in Bronze. Lediglich Rhoimetalkes I. emittierte einige Drachmen und Didrachmen, die aber nach unserem Verständnis der städtischen Prägung von Byzantion zuzuordnen sind. Was allerdings die Bronzemünzen anbelangt, lassen sich bei den Münzen der Klientelkönige Rhoimetalkes I. und Rhoimetalkes III. jeweils drei Nominalstufen unterscheiden; indes wurde unter Rhoimetalkes II. nur ein einziges Nominal geprägt.
Die Münztypen des Rhoimetalkes I.
Das große Nominal zeigt ein hintereinander gestaffeltes Doppelporträt von Rhoimetalkes I. und seiner Frau Pythodoris auf dem Avers und entweder das Porträt des Augustus oder ein Doppelporträt des Augustus und der Livia auf dem Revers.4 Auf den Vorderseiten der mittleren Nominalstufe ist das Porträt des Rhoimetalkes dargestellt, während auf den Rückseiten das Augustus-Porträt (gegebenenfalls mit verschiedenen Beizeichen) anzutreffen ist.5 Klar davon zu unterscheiden sind die dem kleinen Nominal zugehörigen Münzen, auf deren Vorderseiten eine sella curulis wiedergegeben wird und auf deren Rückseiten entweder nur die fasces oder die fasces neben dem Capricorn des Augustus abgebildet sind.6 Neben der umfangreichen Bronzeprägung ließ Rhoimetalkes einige Drachmen mit Rhoimetalkes-Porträt auf dem Avers und Augustus-Porträt auf dem Revers emittieren.7
Die Münztypen des Kotys V. und Rhaiskouporis II.
Kotys V., Sohn des Rhoimetalkes I., und Rhaiskouporis II., Bruder des Rhoimetalkes I., herrschten nach dem Tod von Rhoimetalkes I. zusammen über sein Reich und emittierten gemeinsam einige wenige Münzen.8 Der einzige bekannte Münztyp des Kotys V. und Rhaiskouporis II. zeigt ein hintereinander gestaffeltes Doppelporträt der beiden Herrscher auf der Vorderseite und einen Reiter auf der Rückseite.9
Die Münztypen des Rhoimetalkes II.
In klarer Analogie zu den Münzen des Rhoimetalkes I. prägte auch Rhoimetalkes II. ein hintereinander gestaffeltes Doppelporträt seiner selbst und von seiner Frau auf die Münzvorderseiten und den Kopf des Tiberius auf die Münzrückseiten.10
Die Münztypen des Rhoimetalkes III.
Der letzte thrakische König Rhoimetalkes III. emittierte Bronzemünzen mit seinem eigenen Porträt auf dem Avers und dem Porträt des Caligula auf dem Revers.11 Die dem kleinen Nominal zuzuordnenden Münzen zeigen ebenfalls einen Caligula-Kopf auf der Vorderseite und entweder eine Nike12 oder einen Adler mit Lorbeerkranz im Schnabel13 auf der Rückseite. Besondere Aussagekraft besitzen die Münztypen des großen Nominals, auf deren Avers wiederum ein Caligula-Porträt dargestellt ist und auf deren Revers in einer szenischen Darstellung die Institution des Rhoimetalkes III. durch den römischen Kaiser abgebildet ist.14
Unser Typenkatalog repräsentiert den Forschungsstand von August 2019 und berücksichtigt keine erst später bekannt gewordenen Münztypen. Weitere Hinweise, insbesondere zu neuen Typen, sind jederzeit willkommen.
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Peykov 2011, 115. ↑
Bibliographie
- Jurukova 1976 = J. Jurukova, Coins of the Ancient Thraciens, BAR Supp. Series 4 (Oxford 1976).
- Peykov 2011 = A. Peykov, Catalogue of the Coins from Thrace. Part I: Tribal and Rulers' Coinages of Thracians, Paeonians, Celts and Scythians 5th c. B.C.–1st c. A.D (Centrex 2011).