Münzstätten
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- Name: Zone
- Moderner Name: -
- Nomisma-ID: zone
- Nomisma-Region: southern_coast_of_thrace
Inhalt
Verknüpfte Datensätze
Topographie und Geschichte
Im Stammesgebiet der Kikonen am Kap Serreion, heute Kap Makri, lag nach Herodot das antike Zone. Die Stadt war eine Gründung von Samothrake im 8. Jh. v. Chr. als Stützpunkt auf dem Festland (samothrakische Peraia).1 Ob eine archäologische Stätte ca. 20 Kilometer westlich des heutigen Alexandroupolis mit dem antiken Zone oder Mesembria gleichzusetzen ist, ist in der Forschung umstritten; jüngst plädierte M. Galani-Krikou für das antike Zone nicht zuletzt wegen der zahlreich dort gefundenen Münzen von Zone.2 Der Stadtname ist von Münzen und epigraphischen Zeugnissen überliefert.3 Weiterhin ist bekannt, dass die Stadt im Jahr 422/421 v. Chr. im attisch-delischen Seebund einen Beitrag von zwei Talenten zahlte.4 Ein Statuenfund sowie die Münzbilder bezeugen Apollon als Hauptgott der Stadt.
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Hdt. 7.59.2: Lage zwischen Sale und Serreion; Ps.-Skylax 68: an der Küste Samothrake gegenüberliegend. ↑
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Galani-Krikou2015, 91 mit Beschreibung der Ausgrabungen und der dort gefundenen Münzen. Weitere Einzelfunde von Münzen von Zone in Haskovo und in Aquae Calidae s. Schönert-Geiss 1992, 313–315. ↑
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Schönert-Geiss 1992, 313. ↑
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Isaac 1986, 130–131. ↑
Prägesystem und Typologie
Städtische Bronzemünzen wurden in der zweiten Hälfte des 4. Jhs. v. Chr. geprägt, deren Vorderseitenmotiv der Kopf des Apollon ist und deren Rückseiten eine Leier,5 einen Lorbeerkranz oder ein Reh zeigen. Sie tragen die Legenden ΖΩΝΑΙΩΝ, ΖΩΝΑΙ, ΖΩΝ oder ΖΩ.
Bei den oben genannten Ausgrabungen kamen 1850 Münzen der Münzstätte Zone zutage, welche von M. Galani-Krikou, M. Tasaklaki und P. Tselekas bearbeitet wurden. Sie identifizierten drei Emissionen und sehen alle in Zone geprägten Münzen in einem engen zeitliche Zusammenhang, welchen sie auf die 2. Hälfte des 4. Jhs. v. Chr. festlegen wollen.6 Mit Hilfe von Durchmesser und Gewicht sind bei den Bronzen eventuell verschiedene Nominale zu unterscheiden, wobei in Emission 1 und 2 bei allen drei Rückseitenmotiven sowohl Durchmesser als auch Gewicht sehr eng zusammenliegen; erst in Emission 3 scheint es eine Scheidung in drei eventuell aber auch nur in zwei Nominalstufen zu geben. Das Rückseitenmotiv des Hirsches7 taucht nach den Grabungsmünzen lediglich in der 1. Emission und in der 3. Emission auf, wobei die Münzen in letzterer deutlich größer und schwerer sind.8 Die kleineren Typen mit dem Kranz auf der Rückseite liegen in allen drei Emissionen relativ konstant zwischen 9-14 mm und 0,5-3,0 g.9 Die Typen mit dem Reversbild der Leier haben Durchmesser und Gewicht betreffend eine relativ große Spannweite,10 so dass innerhalb dieses Typs eventuell noch eine Nominalunterscheidung einzufügen ist. Zudem zeigen sie als einzige Beizeichen einen Zweig oder ein Plektrum.11 Die Bearbeiter sehen in der Münzprägung Zones vor allem eine Prägung für den täglichen lokalen Bedarf, was durch die zahlreichen Funde vor Ort bestätigt wird.12
Die Motive kreisen ausschließlich um Apollon, dessen Heiligtum sich in Zone befunden hat.13
Unser Typenkatalog repräsentiert den Forschungsstand von August 2019 und berücksichtigt keine erst später bekannt gewordenen Münztypen. Weitere Hinweise, insbesondere zu neuen Typen, sind jederzeit willkommen.
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Die Saitenzahl der Leier kann variieren. ↑
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Es ist eine Tendenz erkennbar, dass eher längere Legenden früher und kürzere zeitlich später einzuordnen sind, s. Galani-Krikou 2015, 19. Aufgrund der geringen digital publizierten Menge von Münzen aus Zone ist unser Typenkatalog zunächst als grobe Zusammenfassung anzusehen, eventuell können auf Grund von Größe und Gewicht noch weitere Typen unterschieden werden. ↑
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Emission 1: 10-12,5 mm und 0,5-3,0 g.; 3. Emission 16–19 mm und 2,5–6,5 g. ↑
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Galani-Krikou 2015, 20-23 mit Tabellen zu Durchmessern und Gewichten aller drei Typen in allen drei Emissionen. ↑
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Galani-Krikou 2015, 91. ↑
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Galani-Krikou 2015, 68–69. ↑
Bibliographie
- Galani-Krikou 1996 = M. Galani-Krikou, The Mint at Zone. The Evidence of the Excavations at Aegean Mesembria-Zone, in: Χαρακτηρ- Aφιέρωμα στην Μαντώ Οικονομίδου, (Athen 1996) 63–79.
- Galani-Krikou 2015 = M. Galani-Krikou, Τασακλάκη, Μαρίνα - Τσέλεκας, Παναγιώτης, Η νομισματοκοπία της Ζώνης. Αρχαία Ζώνη. Ē nomismatokopia tēs Zōnēs. Archaia Zōnē (Komotini 2015).
- Hoover 2017 = O.D. Hoover, Handbook of Coins of Macedon and Its Neighbors. Part II: Thrace, Skythia, and Taurike, Sixth to First Centuries BC, The Handbook of Greek Coinage Series 3 (Lancaster/London 2017), S. 176.
- Isaac 1986 = B. Isaac, The Greek Settlements in Thrace until the Macedonian Conquest, (Leiden 1986), S. 128–33.
- Schönert-Geiss 1992 = E. Schönert-Geiss, Die Münzstätte Zone in Thrakien, in: Florilegium Numismaticum. Studia in Honorem U. Westermark Edita (Stockholm 1992) 313–316.