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Die Münztypologie von

Krithote

Topographie und Geschichte

Die Stadt Krithote, eine Gründung der Athener unter Miltiades, lag auf der Ostseite der thrakischen Chersones. St. Casson identifizierte sie mit dem modernen Ort Kirte (Krithia) im Südosten und hielt sie für eine Art Vorort von Elaious.1 Fußend auf antiken Quellen, die Krithote häufig in Zusammenhang mit Paktye nennen, möchte B. Isaac hingegen die Stadt viel weiter nördlich lokalisieren.2

  1. Casson 1926. ↑

  2. Isaac 1986, 191–192; Ps. Skymnos 711–712; Ps. Skylax 67; Strabo VII Fr. 55; Plin. IV 11, 48. ↑

Prägesystem und Typologie

In der Zeit von ca. 350 bis 281 v. Chr. prägte Krithote Bronzemünzen. Die Rückseite zeigt stets ein Gerstenkorn (ἡ κριθή) als sprechendes Zeichen (Parasemon) der Stadt,3 welches häufig von einem Ährenkranz gerahmt wird. Hierzu passend ist die Darstellung der Göttin Demeter auf den Münzvorderseiten, deren Kopf en face wiedergegeben wird.4 Andere Vorderseiten zeigen den Profilkopf der Athena.5 Die Münzbilder weisen auf die Bedeutung der Stadt als Kornlieferant hin.

Es sind eventuell drei Nominalstufen zu unterscheiden.6 Die größte mit einem Durchmesser von 19–22m und einem Gewicht von 5,5–9 g (im Durchschnitt 7,4 g.) und die kleinste mit einem Durchmesser von 11–12 mm und einem Gewicht von etwas über 1 g. sind dabei recht klar definiert. Zwei Typen, die sich einer mittleren Nominalstufe zuordnen ließen, sind allerdings etwas schwierig in dieser unterbringen, da der eine Typ deutlich leichter ausfällt als der andere (Durchschnitt 3,3 g: Demeterkopf / Korn7 und 4,78–5,62 g.: Athenakopf / Korn).

Unter den Grabungsmünzen von Zone-Mesembria befanden sich krithotische Exemplare.8

Unser Typenkatalog repräsentiert den Forschungsstand von August 2019 und berücksichtigt keine erst später bekannt gewordenen Münztypen. Weitere Hinweise, insbesondere zu neuen Typen, sind jederzeit willkommen.

  1. Fietze 1913; McCartney 1919. ↑

  2. CN_Type486; CN_Type489; CN_Type493; CN_Type494; CN_Type2415 ↑

  3. CN_Type491 ↑

  4. Hoover 2017, 114–115: 3 Nominalstufen, B (20–22mm, 6,12–9,11g, Persephone/Korn im Kranz), C (18–22mm, 4,25–6,32 g, Athenakopf/Korn), D (12–13mm, 1,19–1,32g). Datierung: spätes 4. Jh., 350–309 v. Chr. wegen Gleichzeitigkeit zu Kardia. ↑

  5. Bislang nur belegt durch das Exemplar CN_Type11896 in Paris. ↑

  6. Gallane-Krikou 1996. ↑

Bibliographie

  • Casson 1926 = S. Casson, Macedonia, Thrace and Illyria, Their Relations to Greece from the Earliest Times Down to the Time of Philip, Son of Amyntas (Oxford 1926), S. 218–219 und Karte 12.
  • Fietze 1913 = W. Fietze, Redende Abzeichen auf antiken Münzen, Journal International d'Archéologie Numismatique 15, 1913, 24.
  • Gallane-Krikou 1996 = Πρoσέγγιση στη νoμισματoκoπία της Ζώνης. Η μαρτυρία της ανασκαφής στην αιγαιακή Mεσημβρία-Ζώνη, in: N. Zaphiropoulou (Hg.): Χαρακτήρ. Aφιέρωμα στη Mάντω Oικoνoμίδoυ (Athen 1996) 63–80.
  • McCartney 1919 = E. S. McCartney, Canting Puns on Ancient Monuments, American Journal of Archaeology 23, 1919, 63.
  • Hoover 2017 = O.D. Hoover, Handbook of Coins of Macedon and Its Neighbors. Part II: Thrace, Skythia, and Taurike, Sixth to First Centuries BC, The Handbook of Greek Coinage Series 3 (Lancaster/London 2017), S. 114–115.
  • Isaac 1986 = B. Isaac, The Greek Settlements in Thrace until the Macedonian Conquest (Leiden 1986), S.191–192.
  • Schönert-Geiss 1999 = E. Schönert-Geiss, Bibliographie zur antiken Numismatik Thrakiens und Mösiens (Berlin 1999), S. 1447–1452.

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