Münzstätten
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- Name: Istros
- Moderner Name: -
- Nomisma-ID: istrus
- Nomisma-Region: moesia_inferior
Inhalt
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Topographie und Geschichte
Istros — in der Antike auch als Histria oder Istropolis bekannt (Altgriechisch: Ἰστρίη) — gehörte zu den frühesten griechischen Koloniegründungen an der Westküste des Schwarzen Meeres. Milesische Siedler legten die Stadt im 7. Jahrhundert v. Chr. an, begünstigt durch einen natürlichen Golf, der geschützten Ankerplatz bot, sowie durch die Nähe zu dem großen Fluss, den die Griechen Istros nannten (die Donau), dessen Lauf sich seitdem so weit verlagert hat, dass seine Ufer heute rund 70 km entfernt liegen. Das Gelände befindet sich im heutigen rumänischen Landstrich Dobruja, nahe der modernen Ortschaft Istria.
Die Stadt erstreckte sich ursprünglich auf einer flachen Halbinsel, deren landseitige Flanke von Sumpfland gesäumt war. Eine nördliche und eine südliche Bucht rahmten die Siedlung ein, wobei die südliche Einbuchtung aller Wahrscheinlichkeit nach als Haupthafen diente. Die Akropolis nahm das höchste Gelände mit Meerblick ein, während sich die Wohnbereiche der archaischen Epoche etwa 800 Meter weiter westlich ins Landesinnere erstreckten.
Im Laufe der Jahrhunderte schlossen Sedimentablagerungen der Donau die offene Küstenlinie allmählich ab und verwandelten das umliegende Gewässer in eine Lagune. Diese Lagune trägt heute den Namen Sinoe-See, und Teile der antiken Stadt liegen nun unter seiner Oberfläche. Was einst eine blühende Hafenstadt war, ist heute eine von der Küste abgeschnittene Ausgrabungsstätte. Das rund 82 Hektar große Areal war weit über ein Jahrtausend lang besiedelt — die Stadt durchlief griechisch-archaische, klassische, hellenistische und schließlich römische Phasen — bevor sie Anfang des 7. Jahrhunderts n. Chr. angesichts wiederholter Einfälle und fortschreitender Umweltveränderungen aufgegeben wurde.
Prägesystem und Typologie
Die Münzprägung von Istros spiegelt die lange Handelsgeschichte der Stadt wider und lässt sich in mehrere Phasen gliedern. In der Frühzeit, dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr., bediente man sich gegossener Bronzepfeilspitzen — mitunter mit einem Radsymbol oder der Abkürzung ΙΣΤ gestempelt — als Vorläufergeld, ergänzt durch radförmige Bronzestücke mit denselben Kennzeichen.
Die reguläre Silberprägung setzte im 5. Jahrhundert v. Chr. nach dem attischen Gewichtsstandard ein. Drachmen und Didrachmen trugen die charakteristischen Typen der Stadt: auf der Rückseite einen Adler mit einem Delphin im Fang — weithin als Sinnbild griechischer Herrschaft über das Schwarze Meer und seinen Handel gedeutet — sowie auf der Vorderseite das Motiv, für das Istros bis heute am bekanntesten ist: zwei männliche Köpfe nebeneinander, einer aufrecht, der andere umgekehrt. Dieser in der gesamten Antike einzigartige Entwurf hat einer endgültigen Deutung bis heute widerstanden. Vorgeschlagene Identifizierungen umfassen die Dioskuren, Sonnengottheiten, die zwei Mündungsarme der Donau oder — in jüngerer Forschung — die mythologischen Söhne des Flussgottes Istros. Der Typ blieb vom späten 5. Jh. bis ungefähr 300 v. Chr. weitgehend unverändert in Gebrauch.
In hellenistischer Zeit ging die Silberproduktion zurück und wich zunächst einer kurzen Goldprägung, dann autonomen Bronzemünzen mit Götterdarstellungen wie dem Flussgott Istros und der Göttin Demeter. Unter römischer Herrschaft ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. beteiligte sich die Stadt an der Provinzialprägung in Bronze. Die weite Verbreitung Istrischer Silberdrachmen — nachgewiesen im gesamten Dobrudja sowie in der Walachei und der Moldau — zeugt von der anhaltenden Bedeutung der Stadt als regionaler Handelsmittelpunkt.