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Coin of the Month

June 2017: Dikaia im Fund von Demanhur

The Coin of this Month is presented by Prof. Dr. Bernhard Weisser

Der Stater aus Dikaia mit dem Kopf des Herakles auf der Vorderseite und einem viereckigem, teilweise verfülltem Incusum auf der Rückseite, gehört zu den frühesten Münzen Thrakiens (CNT_6429). Dikaia begann um 530 v. Chr., also zur selben Zeit wie das nahe gelegene Abdera, Münzen zu prägen. Die Prägung der Stadt beschränkt sich aber auf eine kleine Silberserie, deren Ende noch im 5. Jh. v. Chr. liegt. Die Vorderseite aller Münzen von Dikaia zeigt den Heros Herakles. Herakles wird vermutlich deshalb auf ihren Münzen dargestellt, da er den Abfluss des nahegelegenen Sees Vistonis gegraben haben soll. Als Beispiel für den weiten Münzumlauf der frühen thrakischen Münzen über ihre eigene Region hinaus ist der Fund von Demanhur zu nennen, aus dem diese Münze stammt. Der um 500 v. Chr. in Ägypten niedergelegte Silberhort von Demanhur (IGCH 1637) ragt unter den archaischen Münzfunden hinsichtlich seines Umfanges und seiner Zusammensetzung heraus. Der Fund, der sich in Teilen im Münzkabinett Berlin befindet, besteht aus 191 Münzen und zwei Silberbarren. Er enthält die frühesten, ab ca. 530 v. Chr. in Thrakien geprägten Münzen und illustriert so den Beginn der Münzprägung in Nordostgriechenland. Der Fund wurde erstmals 1927 von Heinrich Dressel und Kurt Regling vorgestellt und wird gerade neu bearbeitet. Unter anderem werden Fragen nach der genauen Chronologie gestellt. Ob und wie der Fund mit Münzverwendung unter den Achämeniden zu tun hat, soll in einem Kolloquium diskutiert werden, das vom 29. bis 30. Juni in Krakow stattfindet. Eine stempelgleiche Münze wurde in einem Fund von Rhodos (IGCH 1185, heute in Brüssel) entdeckt, die beiden anderen Statere aus dem Fund von Demanhur finden gleichzeitige Parallelen in mehreren archaischen Funden in Ägypten und der Levante.