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Die Münze des Monats

August 2022: Maroneia, Wein und Pferde: Die zwei Vorzüge einer Stadt

Die Münze des Monats wird präsentiert von Ioanna Maina


Es ist schon eine Zeit lang her, dass wir zuletzt ein Exemplar aus Maroneia als Münze des Monats vorgestellt haben, und die Pferde- und Weinmünzen der Stadt scheinen für den August sehr passend zu sein, denn er ist sowohl der letzte Monat des Sommers als auch der erste Monat der Traubenernte. Und die Trauben von Maroneia (und insbesondere der daraus hergestellte Wein) sind seit der Gründung der Stadt durch Chios im 7. Jahrhundert v. Chr. in die Geschichte der Stadt eingewoben. Schon zu Homers Zeiten galt ihr Wein als der beste in Thrakien, und es war sogar jener, der Odysseus von Maron, dem königlichen Priester des Apollon, geschenkt wurde und mit dem schließlich der Zyklop Polyphem betrunken gemacht wurde. So ist es nicht überraschend, dass Weinreben und -trauben auf den Münzen der Stadt zu sehen sind.

Das vorliegende Exemplar wird auf den Zeitraum zwischen dem letzten Jahrzehnt des 5. und dem ersten Viertel des 4. Jahrhunderts v. Chr. datiert und gehört zu den silbernen Tetradrachmen des äginetischen Münzfußes, der vermutlich von der Stadt als Zeichen ihrer politischen Haltung gegenüber Athen in dieser Zeit angenommen wurde. Es wird allgemein vermutet, dass die letzten Jahre des Peloponesischen Krieges eine Zeit eingeschränkter Münzprägung waren, was möglicherweise auf die Anwesenheit Athens auf der einen und des Odrysischen Königreichs auf der anderen Seite sowie auf den Druck zurückzuführen ist, den beide in dieser turbulenten Zeit auf das Gebiet ausübten.

Das galoppierende Pferd auf der Vorderseite ist seit den ersten Anfängen und bis zum Ende der hellenistischen Periode ein fester Bestandteil der Münzprägung von Maroneia, und es wird angenommen, dass es sowohl mit religiösen als auch mit wirtschaftlichen Elementen der Stadt verbunden ist. Die Anspielung auf den Poseidon-Kult scheint für die Experten die einfachste Erklärung zu sein, aber es besteht auch die Vermutung, dass die Pferdedarstellung eine Anspielung auf die in der Stadt verbreitete Pferdezucht ist. Dies wird zudem durch die Tatsache unterstützt, dass es in der Gegend noch bis in die 1940er Jahre Wildpferde gab. Der Weinstock und die Trauben auf der Rückseite können auf eine ähnliche Weise interpretiert werden. Einerseits handelt es sich um die Darstellung einer für die Wirtschaft und das Erbe der Stadt wichtigen Pflanzenart und andererseits um eine Anspielung auf den Kult des Dionysos, der später sogar zur Schutzgottheit der Stadt wurde. Diese sehr detaillierte Darstellung könnte aber auch mit dem Erwerb von Stryme und dem Berg Ismaros zusammenhängen, die reich an Weinanbau waren und bis zu jenem Zeitpunkt von Thasos besetzt waren.



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